Schenkungssteuer bei Schenkung an Bruder + Neffen/Nichten?

Und was ist mit Erbschaftsteuer, Grunderwerbsteuer, ...
Antworten
Sabrina85
Beiträge: 9
Registriert: 2. Jun 2020, 15:45

Schenkungssteuer bei Schenkung an Bruder + Neffen/Nichten?

Beitrag von Sabrina85 »

Hallo Liebe Forums-Mitglieder,

mein Bruder ist verheiratet und hat 3 Kinder.

Wenn ich meinem Bruder als Schenkung Geld überweise, so kann ich ja glaub ich 20.000 EUR alle 10 Jahre ihm überweisen ohne das Schenkungssteuer anfällt?!
Kann ich seinen Kindern also quasi meinen Neffen und Nichten jeweils auch nochmal je 20.000 EUR alle 10 Jahre als Schenkung überweisen ohne das Schenkungssteuer anfällt?

Sprich könnte ich so der Familie insgesamt 80.000 EUR Schenkung in 10 Jahren zukommen lassen, ohne dass eine Schenkungssteuer fällig wird?

Und wenn ja, wie müsste ich diese Schenkung angeben? Offiziell bei meiner Steuererklärung irgendwo eintragen? Das Finanzamt gesondert informieren? Oder ist nichts von dem nötig?

Für eine Auskunft wäre ich euch sehr dankbar.

Liebe Grüße,
Sabrina
reckoner
Beiträge: 1093
Registriert: 21. Jun 2017, 00:21

Re: Schenkungssteuer bei Schenkung an Bruder + Neffen/Nichten?

Beitrag von reckoner »

Hallo,

vorweg, ich gehe davon aus, dass die Neffen und Nichten noch minderjährig sind (wenn nicht, dann ist es einfacher).

Ja, du kannst jeder Person alle 10 Jahre 20.000 steuerfrei schenken.
Wenn du verheiratet bist kann dein Mann dies sogar ebenfalls tun, es kann dann also insgesamt doppelt so viel steuerfrei übertragen werden bzw. die besagten 80.000 bereits ohne die Kinder mit einbeziehen zu müssen (die Kinder bringen nämlich ein paar Probleme, siehe nächster Absatz).

Beachten müsst ihr, dass das Geld dann auch den Beschenkten gehört. Das Geld der Kinder kann nicht einfach verwendet werden, nicht für das Kind selber (das neue Fahrrad, der Anteil an den Kosten eines Urlaubs u.s.w.), und schon gar nicht für die Eltern bzw. die Familie insgesamt (wenn man beispielsweise an einen Immobilienkauf denkt).
Unter Umständen kann man das mit einer bedingten Schenkung umgehen.

Und noch ein Punkt: Größere Vermögen können für Kinder auch nachteilig sein, etwa bei der Krankenversicherung oder beim Bafög.
Und wenn ja, wie müsste ich diese Schenkung angeben? Offiziell bei meiner Steuererklärung irgendwo eintragen? Das Finanzamt gesondert informieren? Oder ist nichts von dem nötig?
Schenkungen müssen dem Finanzamt angezeigt werden, siehe ErbStG §30 (das Erbschaftsteuergesetz gilt auch für Schenkungen). Und zwar sowohl vom Schenker als auch vom Beschenkten (kann aber in einem Schreiben erfolgen wenn es das selbe Finanzamt ist).

Anmerkung: Oft ist ein anderes Finanzamt zuständig als das gewohnte, musst du googeln.

Stefan
Sabrina85
Beiträge: 9
Registriert: 2. Jun 2020, 15:45

Re: Schenkungssteuer bei Schenkung an Bruder + Neffen/Nichten?

Beitrag von Sabrina85 »

Danke für die Infos.

Ja die Neffen und Nichten sind minderjährig.

Und ja ich bin verheiratet, danke für den Hinweis, dass mein Mann ebenfalls so Geld überweisen könnte.
Könnte ich im gleichen Zug auch die Schenkungen an die Frau meines Bruders überweisen? Sprich hätte ich hier dann auch wieder 20.000 EUR/10 Jahre frei bei Ihr?

Und danke auch für den Hinweis mit den Kindern, dass das Geld dann bei Ihnen verbleiben muss und nicht einfach für irgendwelche Ausgaben genommen werden kann.
Könnte es denn genommen werden, wenn mein Bruder damit z. B. monatlich einen ETF auf den Namen des jeweiligen Kindes besparen würde?
reckoner
Beiträge: 1093
Registriert: 21. Jun 2017, 00:21

Re: Schenkungssteuer bei Schenkung an Bruder + Neffen/Nichten?

Beitrag von reckoner »

Hallo,
Könnte ich im gleichen Zug auch die Schenkungen an die Frau meines Bruders überweisen? Sprich hätte ich hier dann auch wieder 20.000 EUR/10 Jahre frei bei Ihr?
Ja.
Der Freibetrag von 20.000 gilt in jedem Fall, sogar zwischen völlig Fremden.
Könnte es denn genommen werden, wenn mein Bruder damit z. B. monatlich einen ETF auf den Namen des jeweiligen Kindes besparen würde?
Ja, das ist kein Problem. Im Gegenteil muss es sogar irgendwie angelegt werden, die Eltern haben die Vermögensfürsorge, und das bedeutet auch, das Geld nicht ungenutzt rumliegen zu lassen (ähnlich wie ein Vermieter die Kaution anlegen muss).

Aber wieso monatlich? Ich würde die Schenkung direkt komplett anlegen. Kurzfristig ist sogar Tagesgeld sehr attraktiv. Und bei den Kindern wären die Kapitalerträge in der Regel auch steuerfrei (über Millionenvermögen sprechen wir ja nicht).

Stefan
Antworten