Verzweiflung wegen Spekulationssteuer!

z.B. Tabaksteuer etc.

Sirius86
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Verzweiflung wegen Spekulationssteuer!

Beitragvon Sirius86 » 3. Jul 2020, 19:33

Liebes Forum,

Ich wende mich vor einer möglichen Auseinandersetzung mit dem Finanzamt schon mal an die freundlichen Mitglieder dieses Forums, da ich mich das Internet etwas im Stich lässt und ich die Szenarien, die u.U. von der Spekulationsfrist befreien nicht wirklich nachvollziehen bzw. auf meinen Fall anweden kann.

Ich habe im Juni eine Immobilie verkauft, die mir vor knapp 2 Jahren von meiner Großmutter geschenkt wurde (Wert damals 100.000, also vollkommen im Rahmen des Betrags den Großeltern Schenkungssteuerfrei an ihre Enkel schenken dürfen). Meine Großmutter hat das Haus vor 8 Jahren von ihrer Mutter und in diesem Fall meiner Urgroßmutter geerbt, welche seit 1966, dem Baujahr, in eben jenem Haus gelebt hat. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Haus war schon immer im Familienbesitz und wurde jeweils vererbt und verschenkt. Wenn ich es richtig verstehe, dann würde ich bei einer Schenkung durch meine Großmutter ihre Spekulationsfrist übernehmen. Dann könnte das Finanzamt sagen, dass meine Großmutter das Haus erst knapp 6 Jahre besessen hat, ABER sie hat es ja selbst von ihrer Mutter geerbt, welche das Haus selbst gebaut hat, Jahre darin lebte. In meinen Augen liegt hier also keine Spekulationsfrist vor.

Ich bin nun recht gestresst, da mir der Notar von einer Spekulationsfrist beim Verkauf nichts erzählt hat und wir im grunde JEDEN Euro des Betrags als Eigenkapital für unseren Neubau brauchen, der bereits vertraglich beauftragt wurde. Würden jetzt vom Erlöß (175.000 Euro) Zehntausende Euro an Steuern fällig werden, dann weiß ich wirklich nicht wie ich den Neubau finanziell stemmen soll.

Ich erbitte um ein paar Hinweise und Tipps oder eben ehrlich Feedback, sodass ich weiß woran ich bin.

Vielen herzlichen Dank im Voraus! :) LG

Tom998
Beiträge: 115
Registriert: 30. Aug 2019, 07:51

Re: Verzweiflung wegen Spekulationssteuer!

Beitragvon Tom998 » 4. Jul 2020, 05:50

Aufeinanderfolgende unentgeltliche Übertragungen (Erbfälle, Schenkungen) werden für die Berechnung der 10-Jahresfrist addiert...also keine Panik. A vererbt an B, B vererbt an C, C verschenkt an D, D verkauft. Für die Spekulationsfrist gilt der Zeitraum ab Anschaffung durch A bis Verkauf durch D.

Sirius86
Beiträge: 2
Registriert: 3. Jul 2020, 19:20

Re: Verzweiflung wegen Spekulationssteuer!

Beitragvon Sirius86 » 4. Jul 2020, 09:17

Lieber Tom998,

Herzlichen Dank für deine sehr positive Antwort, die mich zumindest etwas beruhigt.

Was mich verunsichert hat und es noch etwas tut: Egal wo man nachschaut, das Netz behandelt immer nur Modellfälle wo eine unentgeltliche Übertragung zu Grunde liegt und sagt dann deutlich, dass der Beschenkte/Beerbte die Spekulationsfrist von dem Vorbesitzer übernimmt. In diesem Fall hatte meine Oma das Haus erst knapp 6 Jahre im Besitz bevor sie es mir schenkte. Das würde bedeuten, dass ich noch innerhalb der 10 Jahres Frist bin. ABER: Meine Oma hat es ja selbst von ihrer Mutter geerbet und nicht angeschafft. Das berücksichtigt aber kein Modellszenario, obwohl es ja in DE sicherlich sehr oft vorkommt, dass die selbe Immobilie in einer Familie durchgeerbt/geschenkt wird. Jetzt könnte man sagen: Da solche Fälle generell von der Spekulationsfrist befreit sind und das quasi ''Common Sense'' ist, behandelt man sie erst gar nicht :D Dann bin ich im besten Fall schlecht infromiert, im Schlimmsten einfach zu doof das Gesetzt zu verstehen. Solange mir in beiden Fällen das Geld bleibt, bin ich auch gerne zu doof dafür ;)

LG :)


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