Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

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Moderator: muemmel

maria_pelotti
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Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

Beitragvon maria_pelotti » 1. Apr 2018, 20:20

Hallo zusammen,

nach meinen Informationen kann eine Steuererklärung 4 Jahre rückwirkend erstellt werden, eine Verlustfeststellung 7 Jahre rückwirkend.

Ich habe bisher nie eine Steuererklärung abgegeben und habe vor 7 Jahren bereits Kosten für mein Zweitstudium gehabt, die ich gerne als Verluste steuerlich geltend machen würde. Wäre so etwas mit einer Verlustfeststellung noch möglich?

LG & 1000 Dank
Maria

 
muemmel
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Re: Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

Beitragvon muemmel » 2. Apr 2018, 14:59

Wäre so etwas mit einer Verlustfeststellung noch möglich? Grundsätzlich ja. Allerdings gibt es da ein paar Probleme:
1. Ein Verlust ist ein negatives Einkommen, d. h., unter null. Es wird nämlich gern angenommen, ein Verlust sei ein Einkommen unter dem Grundfreibetrag - das ist falsch.
2. Ein Verlust kann nicht irgendwohin "umgebucht" werden - er wandert ins Folgejahr. Wenn Sie also einen Verlust für 2011 festgestellt kriegen, aber erst jetzt Einkommen haben, werden das ziemlich viele Erklärungen bzw. Feststellungsanträge, weil für jedes einzelne Jahr einer abzugeben ist.

maria_pelotti
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Re: Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

Beitragvon maria_pelotti » 3. Apr 2018, 23:52

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort und Verzeihung für meine späte Rückmeldung!

Das klingt ja erstmal positiv. Ich habe mein Studium auch in den nächsten zwei Jahren (2012 & 2013) noch fortgesetzt und für diese Jahre (unter Berücksichtigung von Entfernungspauschale, Arbeitsmitteln, Auslandsaufenthalt, etc.) tatsächlich ein negatives Einkommen zu verzeichnen. Ich wäre bereit, alle notwendigen Erklärungen und Feststellungsanträge von damals und für die seitdem verstrichenen Jahre abzugeben.

Da nun aber eine Steuererklärung nur 4 Jahre rückwirkend abgegeben werden kann, ist mir nicht ganz klar, wie ich für die Jahre 2011 ff. bei ELSTER vorgehen soll. Ist für die rückwirkende Verlustfeststellung dennoch das gewöhnliche Formular für die Einkommenssteuererklärung (mit dem entsprechenden Kreuz für die Verlustfeststellung) zu verwenden?

LG Maria

muemmel
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Re: Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

Beitragvon muemmel » 4. Apr 2018, 17:37

Ist für die rückwirkende Verlustfeststellung dennoch das gewöhnliche Formular für die Einkommenssteuererklärung (mit dem entsprechenden Kreuz für die Verlustfeststellung) zu verwenden? Ja.

maria_pelotti
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Re: Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

Beitragvon maria_pelotti » 5. Apr 2018, 12:56

Nur für's Verständnis:
Warum wird in vielen Quellen gesagt, eine Steuererklärung könne nur maximal vier Jahre rückwirkend abgegeben werden?
Nach deinen Antworten zu schließen ist das auch noch für 2011, 2012 und 2013 möglich ...

Vielen Dank für deine Hilfe! :)

muemmel
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Re: Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

Beitragvon muemmel » 5. Apr 2018, 13:47

Warum wird in vielen Quellen gesagt, eine Steuererklärung könne nur maximal vier Jahre rückwirkend abgegeben werden? Weil das so ist.
Nach deinen Antworten zu schließen ist das auch noch für 2011, 2012 und 2013 möglich ... Nö. Wir reden hier über Anträge auf Verlustfeststellung. Und dafür gibt es eine längere Frist, was Sie übrigens selbst schreiben:
nach meinen Informationen kann eine Steuererklärung 4 Jahre rückwirkend erstellt werden, eine Verlustfeststellung 7 Jahre rückwirkend.

maria_pelotti
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Re: Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

Beitragvon maria_pelotti » 5. Apr 2018, 16:05

Das ist alles korrekt.

Was mir aber immer noch nicht einleuchtet: Wenn man für die Verlustfeststellung ohnehin exakt dasselbe Formular verwendet wie für die gewöhnliche Einkommenssteuererklärung, wo ist dann der Unterschied zwischen den beiden Fristen? Mit anderen Worten: Was genau kann ich für die Jahre 2011 bis 2013 nicht mehr absetzen, was ich für die Folgejahre noch geltend machen kann?

LG Maria

Severina
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Re: Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

Beitragvon Severina » 6. Apr 2018, 08:41

Sie könnten für 2011 - 2013 keine Einkommensteuererstattungen mehr erwirken, wenn Ihnen welche zustehen würden.

muemmel
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Re: Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

Beitragvon muemmel » 6. Apr 2018, 15:14

Was genau kann ich für die Jahre 2011 bis 2013 nicht mehr absetzen, was ich für die Folgejahre noch geltend machen kann? Die Frage ist falsch gestellt. Sie können für für 11-13 keine Steuererklärung abgeben, sondern nur Verluste feststellen lassen. Ein Verlust ist ein Einkommen unter null - entweder Sie hatten einen Verlust, dann können Sie den feststellen lassen, oder Sie hatten keinen. Dann ist für die Jahre 11-13 nichts mehr zu holen.

maria_pelotti
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Re: Steuererklärung / Verlustfeststellung rückwirkend

Beitragvon maria_pelotti » 24. Apr 2018, 22:28

Erstmal herzlichen Dank für eure Hilfe!

Ich habe jetzt vom Finanzamt für die Jahre 2011 bis 2013 Briefe bekommen mit "Ablehnung der Veranlagung für das Veranlagungsjahr XXX".

In den Briefen steht immer dasselbe: "der Antrag zur Veranlagung nach §46 Abs. 2 Nr. 8 Einkommenssteuergesetzt ist innerhalb der allgemeinen Festsetzungsfrist von vier Jahren zu stellen. Ihr Antrag ist verspätet eingegangen. Somit kann dem Antrag auf Veranlagung nicht entsprochen werden"

Ich dachte, die Verlustfeststellung ist bis zu sieben Jahre rückwirkend möglich...
Was heißt das konkret für die Verlustvorträge, die ich aus diesen Jahren mitnehmen wollte?

LG Maria
Zuletzt geändert von maria_pelotti am 25. Apr 2018, 23:15, insgesamt 1-mal geändert.

 

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