Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Moderator: muemmel

banaguitar
Beiträge: 6
Registriert: 25. Okt 2019, 11:19

Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Beitragvon banaguitar » 25. Okt 2019, 11:23

Hallo!

Ich betreibe seit 2 Monaten relativ erfolgreich Daytrading (Forex) bei einem ausländischen Broker und übe nebenbei einen Minijob aus. Normalerweise, wenn man einen Hauptberuf hat, ist der Grundfreibetrag von 9.168 € bereits aufgebraucht. Nehmen wir mal an, meine Gewinne übersteigen den Grundfreibetrag + Sparerpauschbetrag. Muss ich dann immer die Abgeltungssteuer von 25%+Soli zahlen? Die Frage ist jetzt, wie ich meinen persönlichen Steuersatz berechne, denn dieser sollte doch eigentlich in meinem Fall unter den 25 % liegen (Stichwort Günstigerprüfung).
Bin dankbar für jede Antwort.

LG

Seite nicht gefunden!
steuerberaten.de

Diese Seite wurde nicht gefunden

Nutzen Sie unsere Suche, um die gewünschten Inhalte zu finden

Zurück zur Startseite

 
reckoner
Beiträge: 384
Registriert: 20. Jun 2017, 23:21

Re: Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Beitragvon reckoner » 25. Okt 2019, 11:43

Hallo,

der Grundfreibetrag gilt natürlich auch für dich und kommt praktisch zu dem Sparer-Pauschbetrag hinzu. Ergo hast du ca. 10.000 € Freibetrag (Sonderausgaben noch gar nicht eingerechnet).
Bei einem ausländischen Broker ist imho nicht einmal eine Steuererklärung nötig, und eine Nichtveranlagungsbescheinigung (google mal danach) erübrigt sich damit auch. Ich würde dem Finanzamt aber in einem formlosen Schreiben mitteilen, dass ich unter den Freibeträgen liege und falls sich das ändert selbstverständlich eine Erklärung abgeben werde.

Zu deinem Minijob: Wird der pauschal versteuert?

Stefan

muemmel
Beiträge: 3812
Registriert: 7. Feb 2014, 15:08

Re: Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Beitragvon muemmel » 25. Okt 2019, 13:35

Der TE meint aber vermutlich, was jenseits der 10.000 Euro passiert. Und nein, auch da zahlt man keine 25 %, sondern weniger, solange man als Single ca. 50.000 Euro Gesamteinkünfte aus Kapitalerträgen nicht überschreitet.

banaguitar
Beiträge: 6
Registriert: 25. Okt 2019, 11:19

Re: Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Beitragvon banaguitar » 25. Okt 2019, 15:17

Ja, richtig muemmel, das meine ich. Scheint wohl komplizierter zu sein, als ich dachte. Habe mich ja schon vorab informiert, aber vielleicht sollte ich einen guten Steuerberater aufsuchen, der mir das Ganze detailliert erklärt. Ich bin Single, ja. Muemmel, Du scheinst Dich gut mit der Thematik auszukennen, richtig?

banaguitar
Beiträge: 6
Registriert: 25. Okt 2019, 11:19

Re: Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Beitragvon banaguitar » 25. Okt 2019, 15:19

Stefan, der Minijob wird pauschal versteuert, ja.

muemmel
Beiträge: 3812
Registriert: 7. Feb 2014, 15:08

Re: Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Beitragvon muemmel » 25. Okt 2019, 15:37

Habe mich ja schon vorab informiert, aber vielleicht sollte ich einen guten Steuerberater aufsuchen, der mir das Ganze detailliert erklärt. Oder Sie schauen sich mal diese Grafik an, in der die Entwicklung des persönlichen Steuersatzes zu sehen ist (relevant ist die durchgezogene blaue Linie): https://de.wikipedia.org/wiki/Grenzsteuersatz#/media/Datei:ESt_D_Splitting_2018_zvE_bis_120000.svg

banaguitar
Beiträge: 6
Registriert: 25. Okt 2019, 11:19

Re: Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Beitragvon banaguitar » 25. Okt 2019, 16:29

Ja, man sieht, dass bei 50.000 Euro Einkommen der Steuersatz 25 % beträgt.
Dieser Steuerrechner hilft mir dabei.
https://www.zinsen-berechnen.de/abgeltungssteuerrechner.php

reckoner
Beiträge: 384
Registriert: 20. Jun 2017, 23:21

Re: Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Beitragvon reckoner » 25. Okt 2019, 19:58

Hallo,
Der TE meint aber vermutlich, was jenseits der 10.000 Euro passiert.
Stimmt, hatte er ja sogar extra gefragt. Sorry.

Es wurde ja jetzt schon auf das Schaubild bei Wikipedia verwiesen (übrigens überraschend, dass die 25% bei fast genau 50.000 erreicht werden - ich hätte auf weniger getippt).

Vielleicht noch ein Tipp: Wenn man auf absehbare Zeit jedes Jahr die Günstigerprüfung beantragen wird kann es sinnvoll sein, das Einkommen zu glätten; ich mache das schon seit über 10 Jahren. Allein mit Daytrading wird das aber schwierig.

Stefan

banaguitar
Beiträge: 6
Registriert: 25. Okt 2019, 11:19

Re: Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Beitragvon banaguitar » 29. Okt 2019, 09:14

Ich habe mir jetzt noch mal selbst Gedanken gemacht.
D.h. also wenn meine Einkünfte (Einkommen abzgl. Sonderausgaben) + Kapitalerträge unter dem Freibetrag liegen würden, dann müsste ich keine Abgeltungssteuer bezahlen (NV-Bescheinigung). Liege ich drüber und überschreite die Grenze von 16.640€ nicht, dann beantrage ich eine Günstigerprüfung. Liege ich drüber, ist ohnehin alles egal. Ich bezahle die 25%+Soli und alles ist gut. Richtig?

reckoner
Beiträge: 384
Registriert: 20. Jun 2017, 23:21

Re: Besteuerung von nichtinländischen Kapitalerträgen bei einem Daytrader mit Minijob

Beitragvon reckoner » 29. Okt 2019, 09:57

Hallo,
wenn meine Einkünfte (Einkommen abzgl. Sonderausgaben) + Kapitalerträge unter dem Freibetrag liegen würden, dann müsste ich keine Abgeltungssteuer bezahlen (NV-Bescheinigung).
Richtig. Und die NV-Bescheinigung brauchst du nicht, die bewirkt im Ausland nichts.
Liege ich drüber und überschreite die Grenze von 16.640€ nicht, dann beantrage ich eine Günstigerprüfung. Liege ich drüber, ist ohnehin alles egal. Ich bezahle die 25%+Soli und alles ist gut. Richtig?
Nein. Die magische Grenze liegt nicht bei 16.640 €, sondern bei ca. 50.000 €; erst darüber lohnt sich die Günstigerprüfung sicher nicht mehr.
Das Lohneinkommen beeinflusst diese Grenze aber, je mehr Lohn um so früher wird ein Grenzsteuersatz von 25% erreicht (bei voll Erwerbstätigen ist das in der Regel grundsätzlich der Fall - das sind dann die besagten 16.640 €).

Letztendlich ist die ganze Überlegung aber müßig, denn was willst du alternativ tun? Weniger arbeiten? Weniger traden?
Ich sage da immer sarkastisch: Jeder kann mit Leichtigkeit seine Steuer auf Null drücken.

Stefan

Seite nicht gefunden!
steuerberaten.de

Diese Seite wurde nicht gefunden

Nutzen Sie unsere Suche, um die gewünschten Inhalte zu finden

Zurück zur Startseite

 

Zurück zu „Abgeltungssteuer“




Ist Ihre Frage noch nicht geklärt?

0800 8158158

Weitere Infos zu steuerberaten.de

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast