Student mit Studi-Job und Wertpapierdepot

Einkünfte aus Kapitalvermögen

Mirk_Man
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Student mit Studi-Job und Wertpapierdepot

Beitragvon Mirk_Man » 14. Dez 2020, 18:00

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich bin 20 Jahre alt, habe eine 450€ Studentenstelle und zwei Wertpapierdepots, mit denen ich früher oder später (hoffentlich) auch über den 801€ Freibetrag rutschen werde.
Meine Frage ist nun wie sich dabei die Steuerliche Situation aussieht! Ich hab mich mit dem Thema bisher noch nicht auseinander setzen müssen, mache mir aber darüber langsam Gedanken... :?

Lohnt es sich da eine Steuererklärung zu machen? Ich schätze mal die Antwort darauf wird "es schadet nicht" lauten. In diesem Fall; könntet ihr mich auf entsprechende Beiträge auf Webseiten oder in diesem Forum verweisen, wo das etwas erläutert wird?

Haben die beiden Freibeträge (450 und 801) irgendetwas miteinander zu tun, also beeinflusst das übertreten des einen den anderen?

Ich habe gelesen, dass man sich kosten von Studi-Lernmitteln (Notebook, Bücher, etc.) absetzen kann. Heißt das, dass ich mir auch ohne Abgaben etwas von den Kosten erstatten lassen kann?

Ihr seht, ich bin ein absoluter Grünschnabel und kann jede Hilfe gebrauchen und freue mich über jeden lieb gemeinten Ratschlag!!!

Gruß Mirk_Man

muemmel
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Re: Student mit Studi-Job und Wertpapierdepot

Beitragvon muemmel » 14. Dez 2020, 18:10

Lohnt es sich da eine Steuererklärung zu machen? Sicher - man bekäme seine Kapitalertragssteuer ganz oder teilweise wieder. Jeder Mensch hat nämlich einen Grundfreibetrag von 9.400 Euro - liegt man mit dem Verdienst darunter, ist er steuerfrei bzw. man bekommt gezahlte Steuern zurück.
Heißt das, dass ich mir auch ohne Abgaben etwas von den Kosten erstatten lassen kann? Nein. Und solange Sie den o. g. Grundfreibetrag nicht überschreiten, brauchen Sie über "von der Steuer absetzen" gar nicht nachdenken.

reckoner
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Re: Student mit Studi-Job und Wertpapierdepot

Beitragvon reckoner » 14. Dez 2020, 18:30

Hallo,
Sicher - man bekäme seine Kapitalertragssteuer ganz oder teilweise wieder.
Er hat aber gar keine gezahlt. ;)

Und bei den genannten Zahlen tippe ich, dass überhaupt keine Steuern abgeführt wurden. In dem Fall lohnt eine Steuererklärung nur, wenn man insgesamt ins Minus gelangt.
Haben die beiden Freibeträge (450 und 801) irgendetwas miteinander zu tun, also beeinflusst das übertreten des einen den anderen?
Nein. Schon deshalb nicht, weil der eine monatlich und der andere jährlich gilt. Und auch sonst hat das nichts miteinander zu tun, 801 Euro ist auch kein Freibetrag sondern eine Werbungskostenpauschale (ähnlich dem Werbungskostenpauschbetrag für Arbeitnehmer, mit der Ausnahme, dass 801 Euro auch gleichzeitig der Deckel ist).

Was ist das überhaupt für ein 450-Euro-Job? Pauschal versteuert (wenn ja, wer zahlt die Steuer?), oder auf Lohnsteuerkarte?

Stefan
Zuletzt geändert von reckoner am 14. Dez 2020, 18:47, insgesamt 1-mal geändert.

muemmel
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Re: Student mit Studi-Job und Wertpapierdepot

Beitragvon muemmel » 14. Dez 2020, 18:43

Bisher hat er keine Steuern gezahlt - aber es ging ja darum, was passiert, wenn er über die 801 Euro "rutscht". Und da lohnt sich dann die Steuerklärung.

reckoner
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Re: Student mit Studi-Job und Wertpapierdepot

Beitragvon reckoner » 14. Dez 2020, 18:50

Hallo,
Bisher hat er keine Steuern gezahlt - aber es ging ja darum, was passiert, wenn er über die 801 Euro "rutscht".
OK, stimmt, wenn die Frage vorsorglich für die Zukunft gemeint war dann hast du natürlich recht.

Grundsätzlich: Immer wenn bei niedrigem Einkommen Steuern abgeführt wurden sollte man über eine Steuererklärung nachdenken.

Stefan

Mirk_Man
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Re: Student mit Studi-Job und Wertpapierdepot

Beitragvon Mirk_Man » 14. Dez 2020, 20:25

Hallo, erst einmal danke für die Antworten!

Ihr habt Recht, bisher habe ich keine Steuern gezahlt.

Was ist das überhaupt für ein 450-Euro-Job? Pauschal versteuert (wenn ja, wer zahlt die Steuer?), oder auf Lohnsteuerkarte? - Also bei den 450€ wird überhaupt nichts versteuert (oder ich hab kein Plan). Laut Gehaltsbescheid bekomm ich 450€/Monat, von denen gehen 30€ in die RV und den Rest bekomm ich ausgezahlt. Unter dieser Grenze muss auch keine Krankenversicherung gezahlt werden, weil ich familienversichert bleiben kann.

Irgendwie haben die 12x 450 ja doch etwas mit der 800€ Freistellung zu tun.
Kurzes Gedankenspiel: (9400 - 801) / 12 = 716,58€ pro Monat. Das heißt ich kann bei vollem Ausnutzen des 800€ Freibetrags die 716€ theoretisch steuerfrei verdienen?
Heißt also wenn ich mit meinem 450€ Job über den Freibetrag aus Wertpapieren "rutsche", lohnt es sich eine Steuererklärung zu machen, da ich die 9,4k ja noch nicht ausgenutzt habe?

Und mir etwas wiederholen kann ich also erst, wenn ich auch etwas gezahlt habe. Ergibt ja auch Sinn, der Staat schenkt mir schließlich nichts.

Ich habe meine Gendanken hier einfach mal niedergeschrieben. Korrigiert mich gerne!

Gruß Mirk_Man

reckoner
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Re: Student mit Studi-Job und Wertpapierdepot

Beitragvon reckoner » 14. Dez 2020, 21:24

Hallo,
Also bei den 450€ wird überhaupt nichts versteuert (oder ich hab kein Plan). Laut Gehaltsbescheid bekomm ich 450€/Monat, von denen gehen 30€ in die RV und den Rest bekomm ich ausgezahlt.
Dann ist es imho nicht pauschal versteuert, sondern ganz normal (und 450 Euro sind halt deutlich unter dem Grundfreibetrag, der liegt über 1.000 Euro).
Irgendwie haben die 12x 450 ja doch etwas mit der 800€ Freistellung zu tun.
Nein. Die 801 Euro sind separat, und zwar nur bei den Kapitalerträgen. Wer keine hat verliert auch die 801 Euro.
Kurzes Gedankenspiel: (9400 - 801) / 12 = 716,58€ pro Monat. Das heißt ich kann bei vollem Ausnutzen des 800€ Freibetrags die 716€ theoretisch steuerfrei verdienen?
Nein (siehe einen Absatz zurück).
Heißt also wenn ich mit meinem 450€ Job über den Freibetrag aus Wertpapieren "rutsche", lohnt es sich eine Steuererklärung zu machen, da ich die 9,4k ja noch nicht ausgenutzt habe?
Grundsätzlich stimmt das. Aber du weißt nicht wie hoch genau der Grundfreibetrag ist (es kommt nämlich noch etwas dazu). Deshalb ist es am Besten wenn man sich nur die Lohnsteuer anschaut, sobald die ungleich Null ist sollte man eine Steuererklärung in Betracht ziehen (sprich: einmal durchrechnen). Ebenso bei der Abgeltungsteuer.
Und mir etwas wiederholen kann ich also erst, wenn ich auch etwas gezahlt habe. Ergibt ja auch Sinn, der Staat schenkt mir schließlich nichts.
Vollkommen korrekt.

Stefan
Zuletzt geändert von reckoner am 16. Dez 2020, 00:24, insgesamt 1-mal geändert.

muemmel
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Re: Student mit Studi-Job und Wertpapierdepot

Beitragvon muemmel » 15. Dez 2020, 17:06

Man sollte als Student, falls man familienversichert ist, auch im Auge behalten, dass die Familienversicherung mit steigendem Einkommen wegfallen kann, so dass man sich selbst versichern muss (kostet ca. 100 Euro im Monat).

Mirk_Man
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Re: Student mit Studi-Job und Wertpapierdepot

Beitragvon Mirk_Man » 17. Dez 2020, 11:29

Die Familienversicherung ist genau der springende Punkt.
Ich werde jetzt ersteinmal die Nichtveranlagungsbescheinigung im Finanzamt einreichen, damit ist dann für die nächsten 3 Jahre ersteinmal vorgesorgt.

Danke an alle antworten!


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