Verlustvortrag Zweitausbildung

Einspruch, Fristen, Zahlung, Vollstreckung etc

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Finanznarr
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Verlustvortrag Zweitausbildung

Beitragvon Finanznarr » 8. Mai 2015, 13:48

Guten Tag,

hoffentlich bin ich hier richtig, sonst gerne verschieben. Folgender Sachverhalt:

Ich habe nach meiner ersten Ausbildung ein Studium aufgenommen. Dafür musste ich in eine andere Stadt ziehen. An Wochenenden und in Semesterferien lebte ich bei meinen Eltern. Laut Einwohnermeldeamt war ich verpflichtet, meinen Hauptwohnsitz dort zu melden, wo ich sinnbildlich 6 Monate und 1 Tag im Jahr lebe. Dies war am Studiumort der Fall.

Nun wurde in meiner Steuererklärung der Antrag auf Verlustvortrag abgelehnt, da der Studienort ja mein Hauptwohnsitz gewesen sei. Auch die Angaben der Heimfahrten wurden abgelehnt. Werde ich nun also dafür bestraft, dass ich mich vom Meldegesetz her richtig verhalten habe?

Meiner Freundin wurde beim exakt selben Sachverhalt die Wohnung samt Heimfahrten voll anerkannt.

Ich bin stink sauer, damit geht mir ein Verlustvortrag von ca. 10.000 € durch die Lappen. Ich werde Einspruch einlegen, frage mich aber, ob ich überhaupt irgendwie eine Chance habe und wenn ja, auf welche Weise? Bitte um Hilfe!

Vielen Dank und freundliche Grüße

 
muemmel
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Re: Verlustvortrag Zweitausbildung

Beitragvon muemmel » 8. Mai 2015, 16:53

Ich bin stink sauer, damit geht mir ein Verlustvortrag von ca. 10.000 € durch die Lappen. Es fragt sich, ob Sie überhaupt was davon gehabt hätten. Insbesondere dann, wenn man in der 2. Jahreshälfte ins Berufsleben eintritt, geht der VV oft wirkungsarm bis wirkungslos verloren. Wie war das also bei Ihnen?

Finanznarr
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Re: Verlustvortrag Zweitausbildung

Beitragvon Finanznarr » 9. Mai 2015, 11:11

Hallo,

ich habe im Juli letzten Jahres angefangen zu arbeiten. Wird der Verlustvortrag nur im ersten Jahr berücksichtigt? Kann man das nicht "übertragen"? Und kann man abschätzen ob ein Einspruch Sinn macht?

Danke und Gruß

muemmel
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Re: Verlustvortrag Zweitausbildung

Beitragvon muemmel » 9. Mai 2015, 11:59

Wird der Verlustvortrag nur im ersten Jahr berücksichtigt? Das kommt auf seine Höhe an. Wenn Sie im Juli angefangen haben, zu arbeiten, werden Sie ja mehr 10.000 Euro verdient haben - damit ist der VV weg. Und die Steuerersparnis würde sich in Grenzen halten. Nehmen wir mal an, Sie hatten 2.500 Euro Bruttolohn - macht für Juli-Dez. 15.000 Euro. Davon bleiben steuerfrei: 8.500 Grundfreibetrag, 1.000 Euro Werbungskostenpauschale, 1.000 Euro KV-Beiträge und ein Teil der RV-Beiträge, der ebenfalls ca. 1.000 Euro ausmacht. Das zu versteuernden Einkommen beträgt folglich 3.500 Euro, worauf ca. 600 Euro Steuern zu entrichten wäre. Alles, was Sie darüber hinaus an Steuern gezahlt haben, kriegen Sie auch ohne VV wieder - die Ersparnis wären also diese 600 Euro. Und natürlich ist der VV weg: 15.000 minus 10.000 macht 5.000 Euro - eindeutig ein Einkommen über null...
Und kann man abschätzen ob ein Einspruch Sinn macht? Schwer. Aber der kostet ja auch nichts. Argumentieren Sie halt damit, daß die "tatsächlichen Verhältnisse" eben von den Meldeverhältnissen abgewichen sind und es aber auf die tatsächlichen Verhältnisse ankommt


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