Zur Diskussion: eine unmoralische, aber gerechte Besteuerung

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AlexM
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Zur Diskussion: eine unmoralische, aber gerechte Besteuerung

Beitragvon AlexM » 8. Jan 2011, 00:45

Zu folgender Idee hätte ich gerne etwas Feedback:

Sämtliche persönlichen Einkommensarten (Lohn, Gehalt, Honorar, Kapitalerträge, Geschenke, Erbschaften etc.) sind zu versteuerndes Einkommen.
Sämtliche Ausgaben mindern das zu versteuernde Einkommen. Daz gehören wie bisher Werbungs- und Betriebskosten, aber auch Butter, Eier, Milch, Schnaps, Zigaretten, Kino- und Bordellbesuch und am Sonntag die Blumen für die verehrte Gemahlin.
Die Differenz ist das zu versteuernde Einkommen, das progressiv besteuert wird.

Begründung:
Die Besteuerung der Lohn- und Erwerbsarbeit ist historisch gewachsen, aber nicht mehr zu rechtfertigen. Der Idee, dass diejenigen, die viel haben, auch viel abgeben sollen, wird sie nicht mehr gerecht.

Die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit ist für viele obsolet geworden. Die Kosten für das eine oder das andere sind nicht sauber zu trennen. Und es gibt auch keinen moralischen Grund dafür. Warum soll der Staat (also wir) das Arbeitsessen sponsern, die häusliche Mahlzeit aber nicht? Ist es beruflich veranlasst, wenn ich nach einem 12-Stunden-Tag nicht mehr selbst koche, sondern mir eine Pizza hole?

Im derzeitigen Verfahren können Selbstständige, Unternehmer und Freiberufler ihre Ausgaben zu einem sehr großen Teil steuerlich geltend machen. Ob Firmenwagen, Kaffeemaschine oder Geschäftsreise in die Karibik - alles wird abgezogen. Die betriebliche Veranlassung kann nicht überprüft werden - welcher Prüfer kann denn mein Geschäft verstehen? Dann würde er es ja betreiben!

Vorausetzung einer solchen Besteuerung ist, dass alle Ausgaben belegt werden. Da aber alle Ausgaben abzugsfähig werden, wird jeder auf Belegen bestehen. Die Schwarzarbeit nimmt drastisch ab.

Für die praktische Umsetzung reicht eine Chipkarte, auf der im Alltag sämtliche Barzahlungen quittiert werden - nur der Betrag, nicht der Ort, Anlass oder sonst etwas. Die wird - neben den Papierbelegen - dem Finanzamt als Ausgabenbeleg eingereicht.

Mit einer solchen Besteuerungsgrundlage entfallen endlose Streitigkeiten mit dem Finanzamt um das Arbeitszimmer für den Lehrer zu Hause, die Romane für den Literaturredakteur und die Handwaschpaste für den Bademeister. Die Steuererklärung reduziert sich auf zwei Zahlen: Einnahmen und Ausgaben. Den Bierdeckel machen wir dann mit Strichen voll.

Ich bitte um Stellungnahme.

 
Petz
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Re: Zur Diskussion: eine unmoralische, aber gerechte Besteuerung

Beitragvon Petz » 8. Jan 2011, 12:06

ah, ich verstehe.

Wenn also wohlhabende Menschen eine Weltreise machen oder sich ein teures Boot/Haus/Auto kaufen, mindert das das zu versteuernde Einkommen.

Das soll also Ihre Steuergerechtigkeit sein.

Kann man wohl nur als Witz auffassen.
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