Seit kurzem selbstständige Autorin (freie Mitarbeiterin)

Moderator: muemmel

kowski
Beiträge: 5
Registriert: 22. Sep 2016, 16:07

Seit kurzem selbstständige Autorin (freie Mitarbeiterin)

Beitragvon kowski » 22. Sep 2016, 16:25

Hallo!

Vorab: Ich habe keine Ahnung, ob ich jetzt im richtigen Unterforum bin. Falls nicht, hoffe ich dass ein lieber Admin mich in die richtige Ecke schiebt und nicht böse ist. Ich kenne mich ernsthaft so wenig aus, dass ich nicht mal weiß, wo ich posten muss :lol: ... :/

Meine Situation: Ich bin seit kurzem freie Autorin/Mitarbeiterin. Ich schreibe Geschichten und diese Geschichten sind in auf einer amerikanischen App lesbar. Bisher habe ich noch kein Geld damit verdient, da man ein Mindestanzahl von Lesern haben muss. Jetzt habe ich diese Grenze aber endlich erreicht und werde Ende September das erste Mal ein bisschen Geld bekommen. Wie viel wird monatlich variieren - entweder ich bekomme viel, oder wenig, oder gar nichts. Es kommt eben darauf an, ob und wi viele meine Geschichten lesen UND dazu kommt es noch darauf an, wie viele Leser insgesamt in dem Monat auf der App aktiv waren. Die App selbst rechnet es also jeden Monat aufs Neue auf und es ist absolut nicht vorhersehbar, wie viel da kommt oder eben auch nicht.

Was ich bisher unternommen habe: Ich habe beim Finanzamt angerufen, da mir die amerikanische App sagte, dass ich als deutsche Bürgerin die Steuern selbst an das Finanzamt in Deutschland zahlen darf. Die haben mir jetzt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung gesendet und abgesehen von Namen und Anschrift, bin ich mir nicht mal sicher, ob das Ding auf deutsch ist. Haha. Nein, nicht witzig. Ich lache um nicht weinen zu müssen. Außerdem hat das Finanzamt mir noch gesagt (telefonisch), dass ich einmal im Jahr eine Steuererklärung machen muss und da dann nachträglich alle Steuern gezahlt werden.

Meine Fragen: Klingt ja alles gut und schön, aber ich würde ungern spontan mögliche Unsummen bezahlen. Wie bekomme ich also raus, wie viele Steuern ich monatlich zahlen muss? Meinen Brutto-Betrag sehe ich ja auf meinem Konto, aber wie rechne ich das in Netto um, so, dass ich die Steuern schon zur Seite legen kann? Ich weiß nicht mal welche Steuern ich zahlen muss, geschweigedenn welche Steuerklasse ich bin. Ich bin verheiratet und wir haben ein Kind - mein Mann ist Steuerklasse 3. Ich bin aktuell auch schwanger und wir wollen das zweite Kind auf meinen Mann anmelden dann (weil er einfach mehr verdient). Bin und bleibe ich dann Steuerklasse 5? Welche Steuern muss ich abziehen? Wie hoch sind diese Steuern? Muss ich die Steuern bei jedem Einkommen abziehen oder gibt es eine Grenze - so wie bei Jobbern auf 400 Euro (oder so ähnlich)-Basis?

Wir bekommen auch aufstockend Hartz 4, deshalb wäre es gaaanz wichtig zu wissen, wie viel ich denn Netto bekomme, da sie natürlich den Betrag den ich nenne abziehen werden und wenn ich ihnen den Brutto-Betrag sage, rechnen sie mir die Steuern, die ich gar nicht wirklich einnehme, ja auch an. Also muss ich definitiv ganz sicher wissen wie viel ich abziehen muss.

Wie sieht es denn mit meinen Ausgaben aus? Ich kann mir meine Zeit zwar frei einteilen oder auch spontan ganz aufhören zu schreiben, aber wenn ich z. B. (wie es aktuell der Fall ist) 4-5 Tage in der Woche mehrere Stunden täglich am Notebook schreibe, habe ich auch ja auch etwas Strom- und Internetausgaben odeeer? Kann man die irgendwie miteinbeziehen? Und wenn ja hat da einer einen Tipp, wie ich da eine realistische Summe rausbekomme? Viel wäre es ja vermutlich nicht.

Und die vorerst letzte Frage: Ändert sich etwas für meine Krankenversicherung? Ich bin familienversichert über meinen Ehemann (gesetzliche Krankenkasse).

Vielen Dank fürs Lesen und für eure Antworten. Ich weiß, dass ein Steuerberater natürlich für alle Beteiligten das Sinnvollste wäre, allerdings bin ich mir nicht mal sicher, ob ich jemals genug verdienen würde, damit sich die Kosten für eine Beratung rechnen würden... Es wäre also echt lieb, wenn ihr, soweit ihr könnt und wollt, zumindest mir hilft die richtige Orientierung bei der ganzen Sachen zu finden.

Gruß :)

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muemmel
Beiträge: 3854
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Re: Seit kurzem selbstständige Autorin (freie Mitarbeiterin)

Beitragvon muemmel » 22. Sep 2016, 16:48

Wie hoch sind diese Steuern? Da müßte man schon hellsehen können - Steuern in D sind degressiv und wachsen mit dem Einkommen. Sie haben nicht mal Ihr sonstiges Einkommen verraten, ganz abgesehen von den zu erwartenden Einnahmen.
Also muss ich definitiv ganz sicher wissen wie viel ich abziehen muss. Das ist jetzt hier kein Forum für Sozialrecht, aber m. W. rechnet das Jobcenter mit dem Geld, das Sie zur Verfügung haben. Und das ist erst mal das ganze Geld, denn die Steuern fallen erst irgendwann mal an und sind im voraus auch gar nicht zu berechnen.
oder gibt es eine Grenze - so wie bei Jobbern auf 400 Euro (oder so ähnlich)-Basis? Nö. Die 450-Euro-Grenze bezieht sich auf bestimmte Arbeitnehmerverhältnisse, nicht auf Freiberuflichkeit.
wir wollen das zweite Kind auf meinen Mann anmelden dann Was bitte meinen Sie damit? Ob das Kindergeld an Sie geht oder an Ihren Mann, ist völlig egal - es ist immer gleich hoch.
Bin und bleibe ich dann Steuerklasse 5? Das müssen Sie doch wissen - das legen Sie und Ihr Mann fest, keiner sonst.
Ändert sich etwas für meine Krankenversicherung? Das kommt auf Ihren Verdienst an, den wir ja nicht kennen.

kowski
Beiträge: 5
Registriert: 22. Sep 2016, 16:07

Re: Seit kurzem selbstständige Autorin (freie Mitarbeiterin)

Beitragvon kowski » 22. Sep 2016, 17:04

Oh, da ist aber jemand mit dem falschen Fuß aufgestanden :D

Also erstmal danke für deine Antwort.
Ich redete nicht vom Kindergeld, sondern vom Kinderfreibetrag. Sorry, wenn das nicht ganz rüberkam.

Zum Thema Verdienst: Ich schrieb doch ziemlich ausführlich, dass es immer variiert, da die App es jeden Monat ausrechnet. Ich bekomme Geld pro Leser - sofern ich genug Leser habe - und selbst die Summe variiert je nachdem wie viele Leser die App im Monat hat :)

Ich werde auch erst Ende September erfahren, wie viel ich für AUGUST bekomme.

Also... Man muss ja irgendwie rauskriegen können, wie viel man nun tatsächlich Netto eingenommen hat, oder nicht?

Das es keinen Freibetrag gibt war hilfreich, danke :)

muemmel
Beiträge: 3854
Registriert: 7. Feb 2014, 15:08

Re: Seit kurzem selbstständige Autorin (freie Mitarbeiterin)

Beitragvon muemmel » 22. Sep 2016, 17:53

Ich werde auch erst Ende September erfahren, wie viel ich für AUGUST bekomme. Das habe ich schon verstanden. Ich mache Ihnen ja auch keinen Vorwurf daraus, nur kann man bei so schlecht vorhersagbarem Einkommen dann halt auch nicht viel sagen. By the way haben Sie nirgends was über das Einkommen Ihres Mannes geschrieben und über Ihr sonstiges Einkommen - das fließt aber alles in die Berechnung Ihres Steuersatzes ein, so daß man nicht mal eine ungefähre Schätzung oder Beispielrechnung machen kann. Wir haben in D nun mal keine Einheitssteuersätze...

Also... Man muss ja irgendwie rauskriegen können, wie viel man nun tatsächlich Netto eingenommen hat, oder nicht? Klar. Sobald die Silvesternacht verstrichen ist, weiß man ja exakt, daß man im Jahr X Einnahmen von xy Euro hatte. Und dann kann man ausrechnen, was darauf an Steuern anfällt. Und wenn man dann seine Steuererklärung einreicht, rechnet das Finanzamt das auch noch mal aus und schickt einem dann die entsprechende Steuerforderung.

Ich redete nicht vom Kindergeld, sondern vom Kinderfreibetrag. Der ist aber unter 60.000 Euro im Jahr für Sie nicht relevant: https://www.vlh.de/wissen-service/steue ... etrag.html

StephanM
Beiträge: 854
Registriert: 16. Mär 2015, 18:14

Re: Seit kurzem selbstständige Autorin (freie Mitarbeiterin)

Beitragvon StephanM » 26. Sep 2016, 21:17

Hinsichtlich Ihrer Steuerklasse ist diese egal, denn sie sind nicht Arbeitnehmer. Die Steuerklasse ist nur für die Berechnung des Lohnabzugs, genauso wie die Zurechnung der Kinder in diesem Zusammenhang. Die spätere Jahresveranlagung erfolgt unabhängig von den Lohnsteuerklassen nach einem einheitlichen Schemata, bei dem das Ergebnis abzüglich der bereits gezahlten Steuer (Lohnsteuer ihres Ehemanns + weiter Einkommensteuervorauszahlungen) eine Nachzahlung oder Rückerstattung ergibt.


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